Zierkirsche: Sorten, Schneiden, Standort & Pflege – Der komplette Guide
Alles über Zierkirschen: Die schönsten Sorten (Asano, Kanzan, Accolade), richtiger Standort, wann und wie schneiden, Pflege-Tipps und mehr.
Die Zierkirschen-Blüte in Japan kennen viele von uns nur von Bildern: Ein Meer aus rosafarbenen Blüten, so weit das Auge reicht. Da wird nicht nur Gartenfreunden warm ums Herz. Kein Wunder, dass immer mehr Gärtnerinnen und Gärtner sich einen Hauch Fernost in den eigenen Garten holen möchten. Ob du eine Zierkirsche pflanzen, den richtigen Standort finden oder deinen Kirschblütenbaum schneiden willst: In diesem Guide erfährst du alles, was du wissen musst.

Bild: Kirschblüte in Japan. Bildquelle: shutterstock
Was ist eine Zierkirsche? Sakura für deinen Garten
Die Zierkirsche (japanisch: Sakura) gehört zur Gattung Prunus und stammt ursprünglich aus Ostasien. Anders als Süß- oder Sauerkirschen wird sie nicht wegen ihrer Früchte, sondern ausschließlich wegen ihrer spektakulären Blüte kultiviert. In Japan hat die Kirschblüte (Hanami) eine jahrhundertealte Tradition und symbolisiert die Vergänglichkeit der Schönheit.
Auch in deutschen Gärten erfreuen sich Zierkirschen wachsender Beliebtheit. Sie sind erstaunlich pflegeleicht und belohnen dich im Frühling mit einem atemberaubenden Blütenmeer. Je nach Sorte erreicht eine Zierkirsche eine Höhe von 1,50 bis 8 Metern und wächst dabei etwa 20 bis 40 Zentimeter pro Jahr.
Zierkirsche Sorten: Die schönsten Arten im Überblick
Es gibt sage und schreibe mehr als 300 verschiedene Zierkirschen-Arten. Sie unterscheiden sich in Größe, Wuchsform, Blütenfarbe und Blütenform. Hier stellen wir dir die beliebtesten Sorten vor, die sich besonders gut für den heimischen Garten eignen.
Blütenformen der Zierkirsche
Wenn du eine Zierkirsche auswählst, ist die Blütenform das wichtigste Kriterium. Je nach Art des Kirschblütenbaums unterscheiden sich die Blüten deutlich:
Einzelblüten (5 Blütenblätter)
Diese Variante ist unseren heimischen Kirschbäumen am ähnlichsten. Eine einzelne Blüte besteht aus 5 Blättern, manchmal mit 1 bis 3 Extrablättern. Die Blütenmitte (Stempel) ist vollständig sichtbar, was sie besonders insektenfreundlich macht.
Bekannteste Vertreterin: Prunus x yedoensis „Somei Yoshino", ein Klassiker unter den japanischen Zierkirschen mit weißen Blütenblättern.

Bild: Einzelblüten einer Japanischen Zierkirsche. Bildquelle: Couleur/pixabay.com
Halbgefüllte Blüten (10 bis 20 Blütenblätter)
Diese Blüten bestehen meist aus zwei Blütenkränzen. Die Blütenmitte ist noch zu erkennen und für Insekten zugänglich. Halbgefüllte Sorten bieten einen guten Kompromiss zwischen Blütenfülle und Insektenfreundlichkeit.
Bekannteste Vertreterin: Prunus „Accolade", eine der beliebtesten Zierkirschen in Deutschland. Sie wird 5 bis 7 Meter hoch, blüht früh (oft schon im März) und besticht durch ihre überhängenden, rosa Blütenbüschel. Die Accolade gilt als besonders robust und winterhart.

Bild: Halbgefüllte Kirschblüten. Bildquelle: congerdesign/pixabay.com
Gefüllte Blüten (25 bis 50 Blütenblätter)
Hier sind die Blüten besonders üppig, verteilt auf mehrere Blütenkränze. Diese Sorten blühen in der Regel etwas länger als Einzelblüten-Varianten und erzeugen ein besonders dichtes, pompöses Blütenbild.
Bekannteste Vertreterin: Prunus „Kanzan". Mit ihrer trichterförmigen Krone und den kräftig rosafarbenen, gefüllten Blüten ist die Kanzan wohl die bekannteste Zierkirsche überhaupt. Sie wird 8 bis 12 Meter hoch und eignet sich hervorragend als Alleebaum oder Solitär in großen Gärten.

Bild: Gefüllte Kirschblüten. Bildquelle: Hans/pixabay.com
Chrysanthemen-Blüten (100 bis 300 Blütenblätter)
Die prachtvollste Blütenform: Dicht gefüllte Blüten mit bis zu 300 Blättern, die an Chrysanthemen erinnern. Diese Sorten bilden besonders lange haltbare Blüten und sind ein absoluter Hingucker.
Bekannteste Vertreterin: Prunus „Asano" (auch als Asano Hochstamm erhältlich). Mit ihren dicht gefüllten, rosa Chrysanthemen-Blüten gehört die Zierkirsche Asano zu den spektakulärsten Sorten. Sie wächst säulenförmig und kompakt (3 bis 5 Meter hoch), was sie auch für kleinere Gärten interessant macht. Die japanische Zierkirsche Asano wird oft als Hochstamm angeboten und eignet sich besonders gut als Blickfang im Vorgarten.

Bild: Chrysanthemen-Kirschblüten. Bildquelle: shutterstock
Weitere beliebte Zierkirschen-Sorten
Neben den oben genannten Klassikern gibt es weitere Sorten, die sich für verschiedene Gartensituationen eignen:
- Zwerg-Zierkirsche (Prunus „Kojo-no-mai"): Mit einer Höhe von nur 1 bis 1,50 Metern die perfekte Wahl für kleine Gärten, Terrassen oder sogar für die Zierkirsche im Kübel. Wächst langsam und bildet eine malerisch geschwungene Wuchsform.
- Säulen-Zierkirsche (Prunus „Amanogawa"): Schmal-säulenförmiger Wuchs, ideal für schmale Standorte und den Vorgarten. Wird 4 bis 7 Meter hoch, aber nur 1 bis 2 Meter breit.
- Japanische Nelkenkirsche (Prunus serrulata): Die Urform vieler Zuchtsorten. Je nach Varietät mit einfachen bis gefüllten Blüten in Weiß bis Dunkelrosa.
- Zierkirsche mit roten Blättern (Prunus cerasifera „Nigra"): Auch als Blutpflaume bekannt. Fällt durch ihre dunkelroten Blätter auf, die den ganzen Sommer über für einen schönen Kontrast im Garten sorgen.
- Märzkirsche (Prunus incisa „Kojou-no-mai"): Blüht besonders früh, oft schon Ende Februar bis März. Kompakter Wuchs, geeignet für kleine Gärten.
Während in Japan aufgrund ihrer Einfachheit die Einzelblüte bevorzugt wird, entscheidet bei der Auswahl letztendlich dein Geschmack. Überlege dir vorher, wie groß dein Garten ist und welche Höhe und Wuchsform am besten passen.

Bild: Verschiedene Wuchsformen einer Zierkirsche. Bildquelle: shutterstock
Zierkirsche Standort: So findest du den perfekten Platz
Die gute Nachricht: Zierkirschen sind recht anspruchslos, was ihren Standort betrifft. Trotzdem gibt es einige Dinge, die du beachten solltest, damit dein Kirschblütenbaum optimal gedeiht.
Licht und Boden
Zierkirschen mögen am liebsten volle Sonne oder Halbschatten. Bei langanhaltender Trockenheit solltest du mit dem Gartenschlauch nachhelfen, besonders im ersten Jahr nach der Anpflanzung.
Zu viel Feuchtigkeit mögen sie nicht. Setze deine Zierkirsche an einen Platz, wo sich kein Wasser stauen kann. Der pH-Wert des Bodens spielt keine große Rolle: Zierkirschen kommen sowohl in sauren als auch in alkalischen Böden gut zurecht. Lehm oder Sand ist beides möglich, solange der Boden humusreich ist und genügend Nährstoffe liefert.

Bild: In der Sonne fühlt sich die Zierkirsche am wohlsten. Bildquelle: shutterstock
Die Zierkirsche im Garten: Standort-Ideen
Damit die Zierkirsche in deinem Garten richtig zur Geltung kommt, wähle den Standort mit Bedacht. Ein schönes Plätzchen an der Sonne ist noch nicht alles. Achte darauf, dass der Baum optisch zur Umgebung passt.

Bild: Die Zierkirsche als Blickfang im Vorgarten. Bildquelle: shutterstock
Hier einige bewährte Standort-Ideen:
- Als Solitär auf dem Rasen: Ein einzelner Kirschblütenbaum mitten auf dem Rasen oder im Vorgarten ist ein wunderschöner Blickfang und ein angenehmer Schattenspender im Sommer.
- Zierkirsche im Vorgarten: Besonders Säulen-Sorten (Amanogawa) oder kompakte Sorten (Asano) eignen sich perfekt für den Vorgarten. Sie brauchen wenig Platz und begrüßen dich im Frühling mit einem Blütenmeer.
- Als Paar: Zwei Kirschbäume links und rechts der Einfahrt oder am Garteneingang setzen elegante Akzente.
- Als Allee: Wenn du viel Platz hast, ist eine Zierkirschen-Allee entlang der Zufahrt ein unvergesslicher Anblick. Im Frühling ein rosafarbener Traum, im Herbst leuchten die Blätter in Gelb, Orange und Rot.
- Kombiniert mit Frühlingsblühern: Pflanze Narzissen, Maiglöckchen oder Vergissmeinnicht unter deine Zierkirsche für einen zweifarbigen Kontrast. Übertreibe es aber nicht: Zweifarbig ist schön, quietschbunt wird schnell anstrengend für die Augen.
Zierkirsche im Kübel: Geht das?
Ja, bestimmte Zierkirschen kannst du auch im Kübel auf Balkon oder Terrasse halten. Am besten geeignet sind Zwerg-Sorten wie die Prunus „Kojo-no-mai" oder kleine Hochstamm-Varianten. Wichtig dabei:
- Verwende einen großen Kübel (mindestens 40 bis 50 Liter) mit Drainage-Löchern
- Nutze hochwertige Kübelpflanzenerde, gemischt mit etwas Sand für bessere Drainage
- Gieße regelmäßig, da der Kübel schneller austrocknet als der Gartenboden
- Dünge im Frühjahr mit einem organischen Langzeitdünger
- Im Winter den Kübel mit Vlies oder Jute einwickeln, um die Wurzeln vor Frost zu schützen
Beachte, dass Zierkirschen im Kübel kleiner bleiben als im Freiland und intensivere Pflege brauchen.
Zierkirsche pflanzen: Wann und wie?
Wann Zierkirsche pflanzen?
Grundsätzlich kannst du eine Zierkirsche das ganze Jahr über setzen, sofern kein Frost herrscht. Der beste Zeitpunkt zum Pflanzen ist jedoch der Herbst (Oktober bis November). Dann hat der Baum den ganzen Winter Zeit, sein Wurzelsystem aufzubauen, und startet im Frühling kräftig durch.
Auch das Frühjahr (März bis April) ist geeignet, allerdings musst du dann im ersten Sommer besonders auf ausreichende Bewässerung achten.
So pflanzt du eine Zierkirsche richtig
- Grabe ein Pflanzloch, das doppelt so breit und etwas tiefer als der Wurzelballen ist
- Lockere den Boden am Grund des Lochs gut auf
- Mische die ausgehobene Erde mit reifem Kompost
- Setze den Baum so tief ein, wie er zuvor im Topf stand (die Veredelungsstelle muss über der Erde bleiben)
- Fülle das Loch mit der Erde-Kompost-Mischung und drücke sie leicht an
- Schlämme den Baum gründlich ein (reichlich wässern, damit sich die Erde um die Wurzeln setzt)
- Bringe einen Stützpfahl an, besonders bei Hochstämmen
- Mulche den Bereich rund um den Stamm, um Feuchtigkeit zu halten
Abstand: Plane je nach Sorte 3 bis 6 Meter Abstand zu anderen Bäumen oder Gebäuden ein. Säulensorten brauchen weniger Platz (1,5 bis 2 Meter).
Wann blüht die Zierkirsche? Blütezeit im Überblick
Die Blütezeit der Zierkirsche hängt von mehreren Faktoren ab: der Sorte, dem Standort und der Witterung. Generell blühen Zierkirschen im Frühling, wobei je nach Großwetterlage der Zeitraum variiert.
Frühe Sorten (Ende Februar bis März): Märzkirsche (Prunus incisa), Accolade
Mittlere Sorten (April): Somei Yoshino, Asano
Späte Sorten (Ende April bis Mai): Kanzan, gefüllte Varianten
Während in Japan, wo der Frühling relativ schnell in den Sommer übergeht, die Blütezeit lediglich zwei bis drei Wochen beträgt, kannst du in unseren Gefilden je nach Sorte und Wetterlage mit bis zu sechs Wochen Blüte rechnen.
Zierkirschen mit halbgefüllten oder gefüllten Blüten blühen in der Regel länger als Einzelblüten-Varianten. Je milder das Klima, desto früher öffnen sich die Blüten.
Tipp: Pflanze verschiedene Sorten mit unterschiedlicher Blütezeit und genieße den kompletten Frühling im rosa Farbrausch.
Zierkirsche schneiden: Der komplette Schnitt-Guide
Das Schneiden der Zierkirsche ist das Thema, das die meisten Fragen aufwirft. Grundsätzlich gilt: Zierkirschen brauchen weniger Schnitt als Obstbäume. Trotzdem ist ein gezielter Rückschnitt manchmal nötig, um die Wuchsform zu erhalten und die Gesundheit des Baumes zu fördern.

Bild: Kirschbaumäste schneiden. Bildquelle: shutterstock
Wann sollte man die Zierkirsche schneiden?
Der Zeitpunkt ist entscheidend. Zierkirschen gehören zu den Steinobstgewächsen und sollten bevorzugt in der Vegetationsperiode geschnitten werden, nicht im Winter. So können die Schnittwunden besser verheilen und es dringen weniger Krankheitserreger ein.
Bester Zeitpunkt: Direkt nach der Blüte (Mai bis Juni). Dann siehst du genau, welche Äste geblüht haben und welche nicht, und der Baum hat den ganzen Sommer, um neue Knospen für das nächste Jahr anzulegen.
Zweiter geeigneter Zeitpunkt: Spätsommer bis Frühherbst (August bis September). In dieser Zeit ist der Saftfluss geringer und die Schnittwunden heilen noch vor dem Winter.
Zierkirsche schneiden im Herbst
Der Herbst (September bis Oktober) eignet sich gut für größere Schnittmaßnahmen an der Zierkirsche. Das Laub fällt ab, du siehst die Baumstruktur klar und kannst gezielt eingreifen. Achte darauf, dass du vor dem ersten Frost fertig bist, damit die Schnittstellen noch abtrocknen können.
Im Herbst kannst du:
- Tote und kranke Äste entfernen
- Sich kreuzende oder reibende Äste herausschneiden
- Die Krone auslichten, wenn sie zu dicht geworden ist
- Zu tief hängende Äste kürzen
Zierkirsche im Sommer schneiden
Im Sommer beschränkt sich der Schnitt auf leichte Korrekturen. Entferne Wasserschosser (steil nach oben wachsende Triebe) und kürze einzelne Zweige, die die Wuchsform stören. Ein sommerlicher Auslichtungsschnitt fördert die Luftzirkulation in der Krone und beugt Pilzerkrankungen vor.
Vermeide es, im Hochsommer bei großer Hitze zu schneiden. Der Baum steht dann unter Stress und die Schnittwunden heilen schlechter.
Zierkirsche schneiden: Anleitung Schritt für Schritt
Einen ganz jungen Kirschblütenbaum lässt du am besten die ersten drei bis vier Jahre ungeschnitten wachsen, bis er seine natürliche Wuchsform erreicht hat. Danach gehst du so vor:
- Werkzeug vorbereiten: Scharfe, saubere Gartenschere für dünne Zweige (bis 2 cm), Astschere für mittlere Äste, Baumsäge für dickere Äste. Desinfiziere die Klingen vorher mit Alkohol.
- Totes Holz entfernen: Schneide abgestorbene, kranke oder beschädigte Äste immer zuerst heraus. Schneide dabei bis ins gesunde, helle Holz zurück.
- Kreuzende Äste entfernen: Wo sich zwei Äste kreuzen oder aneinander reiben, entfernst du den schwächeren der beiden.
- Krone auslichten: Entferne nach innen wachsende Triebe, damit Licht und Luft in die Krone gelangen. Das beugt Pilzbefall vor.
- Wuchsform korrigieren: Kürze Äste, die zu lang geworden sind oder die Baumform stören. Schneide immer knapp über einer nach außen zeigenden Knospe oder einem Seitentrieb.
- Schnittwunden versorgen: Bei Ästen ab 3 bis 4 cm Durchmesser kannst du Wundverschlussmittel auftragen, um das Eindringen von Krankheitserregern zu verhindern.
Faustregel: Entferne nie mehr als ein Viertel der Krone auf einmal. Weniger ist bei Zierkirschen definitiv mehr.
Zierkirsche Kanzan schneiden
Die Kanzan wächst kräftig und bildet eine breite, trichterförmige Krone. Da sie bis zu 12 Meter hoch werden kann, ist ein regelmäßiger Formschnitt sinnvoll, wenn du sie in Grenzen halten möchtest. Kürze nach der Blüte die Seitentriebe um ein Drittel und entferne Wasserschosser konsequent. Achte darauf, die charakteristische Trichterform zu erhalten.
Zierkirsche radikaler Rückschnitt
Ein radikaler Rückschnitt sollte bei Zierkirschen die absolute Ausnahme bleiben. Steinobst verträgt starken Rückschnitt deutlich schlechter als beispielsweise Apfelbäume. Muss eine alte, vernachlässigte Zierkirsche dennoch stark zurückgeschnitten werden, beachte Folgendes:
- Verteile den Rückschnitt auf zwei bis drei Jahre, um den Baum nicht zu überfordern
- Schneide im Spätsommer (August/September), nicht im Winter
- Entferne pro Jahr maximal ein Drittel der Krone
- Achte darauf, dass genügend belaubte Triebe stehen bleiben
- Versorge große Schnittwunden mit Wundverschlussmittel
- Dünge den Baum nach dem Rückschnitt, um das Neuaustreiben zu unterstützen
Rechne damit, dass der Baum nach einem radikalen Rückschnitt ein bis zwei Jahre braucht, bis er wieder normal blüht.
Zierkirsche klein halten
Wenn du deine Zierkirsche dauerhaft klein halten möchtest, ist die Sortenwahl entscheidend. Eine Kanzan auf 3 Meter zu halten, wird ein Kampf gegen die Natur. Besser: Wähle von Anfang an eine kompakte Sorte wie die Zwerg-Zierkirsche oder die Säulen-Zierkirsche Amanogawa.
Möchtest du einen bereits vorhandenen Baum kleiner halten, kürze jedes Jahr nach der Blüte die Leitäste um etwa ein Drittel und entferne Seitentriebe, die über die gewünschte Form hinauswachsen. Regelmäßigkeit ist hier der Schlüssel: Jedes Jahr ein wenig schneiden ist besser als alle paar Jahre ein drastischer Rückschnitt.
Zierkirsche Pflege: So bleibt dein Baum gesund
Generell ist die Zierkirsche recht pflegeleicht. Mit ein paar einfachen Maßnahmen sorgst du dafür, dass dein Kirschblütenbaum gesund bleibt und jedes Jahr üppig blüht.
Bewässerung
Im ersten Jahr nach dem Pflanzen braucht die Zierkirsche regelmäßige Wassergaben. Danach kommt sie in normalen Jahren mit dem Regen aus. In trockenen Sommern solltest du bei längerer Trockenheit (mehr als zwei Wochen ohne Regen) durchdringend gießen: lieber einmal 30 bis 40 Liter als täglich kleine Mengen.
Düngung
Im Frühjahr (März/April) freut sich die Zierkirsche über eine Gabe reifen Kompost oder einen organischen Baumdünger. Verteile den Dünger im Bereich der Kronentraufe (dort, wo die äußersten Äste enden). Eine zweite, leichte Düngung nach der Blüte unterstützt die Bildung neuer Blütenknospen.
Zierkirsche nach der Blüte
Nach der Blüte im Frühling beginnt die Zierkirsche mit dem Laubaustrieb und legt gleichzeitig die Blütenknospen für das nächste Jahr an. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um:
- Einen leichten Formschnitt durchzuführen (siehe Schnitt-Guide oben)
- Zu düngen, um die Knospenbildung zu fördern
- Auf Schädlinge und Krankheiten zu kontrollieren
Zierkirsche im Sommer
Im Sommer versorgt die Zierkirsche dich mit einem dichten, grünen Blätterdach und angenehmem Schatten. In dieser Zeit solltest du vor allem auf ausreichende Bewässerung bei Trockenheit achten. Wasserschosser kannst du im Sommer direkt entfernen. Ansonsten lässt du den Baum in Ruhe.
Zierkirsche im Herbst
Viele Zierkirschen-Sorten zeigen im Herbst eine schöne Laubfärbung in Gelb, Orange und Rot. Im Herbst kannst du auch größere Schnittarbeiten vornehmen (siehe oben). Sammle das herabgefallene Laub auf, damit sich darunter keine Schädlinge oder Pilzsporen einnisten.
Krankheiten erkennen und behandeln
Zu trockenes oder zu feuchtes Erdreich macht die Zierkirsche anfällig für Krankheiten. Die häufigsten Probleme:
- Spitzendürre (Monilia): Das Holz befallener Äste verfärbt sich braun, Blüten und Triebspitzen welken. Schneide betroffene Äste 15 bis 20 cm ins gesunde Holz zurück und entsorge das Schnittgut im Hausmüll (nicht auf den Kompost).
- Schrotschusskrankheit: Runde, braune Flecken auf den Blättern, die später ausfallen und Löcher hinterlassen. Befallenes Laub entfernen, Krone auslichten für bessere Luftzirkulation.
- Blattläuse: Treten besonders im Frühling an jungen Trieben auf. Meist reguliert sich der Befall von selbst durch Nützlinge (Marienkäfer, Florfliegen). Bei starkem Befall mit Schmierseifenlösung spritzen.

Bild: Von Spitzendürre befallener Ast eines Kirschbaums. Bildquelle: shutterstock
Sind Zierkirschen essbar?
Die Frage, ob Zierkirschen essbar sind, kommt häufig auf. Die kurze Antwort: Die kleinen Früchte, die manche Zierkirschen-Sorten im Sommer bilden, sind nicht giftig, aber auch nicht wirklich genießbar. Sie sind sehr klein, herb bis bitter im Geschmack und haben kaum Fruchtfleisch.
Gefüllte Sorten wie die Kanzan oder Asano bilden in der Regel gar keine oder nur vereinzelte Früchte, da die vielen Blütenblätter die Bestäubung erschweren. Wenn du also Kirschen ernten möchtest, bist du mit einem Süß- oder Sauerkirschbaum besser beraten. Die Zierkirsche ist und bleibt ein Augenschmaus, kein Gaumengenuss.
Häufige Fragen zur Zierkirsche
Wie hoch wird eine Zierkirsche?
Das hängt stark von der Sorte ab. Zwerg-Zierkirschen bleiben unter 1,50 Meter, während eine Kanzan bis zu 12 Meter erreichen kann. Die meisten Gartensorten werden zwischen 3 und 8 Meter hoch. Informiere dich vor dem Kauf über die Endhöhe deiner gewünschten Sorte.
Wie schnell wächst eine Zierkirsche?
Zierkirschen wachsen je nach Sorte und Standort etwa 20 bis 40 Zentimeter pro Jahr. Junge Bäume wachsen in den ersten Jahren oft etwas schneller, ältere Exemplare legen langsamer zu. Säulensorten wie die Amanogawa wachsen eher in die Höhe als in die Breite.
Wann schneidet man eine japanische Zierkirsche?
Der beste Zeitpunkt, um eine japanische Zierkirsche zu schneiden, ist direkt nach der Blüte (Mai/Juni) oder im Spätsommer (August/September). Vermeide Winterschnitt, da die Schnittwunden bei Steinobst dann schlecht verheilen und Pilze eindringen können.
Kann man eine Zierkirsche im Winter schneiden?
Ein Winterschnitt ist bei Zierkirschen nicht empfehlenswert. Anders als bei Apfel- oder Birnbäumen heilen die Schnittwunden von Steinobstgewächsen im Winter schlecht und sind anfällig für Pilzinfektionen (besonders Monilia). Beschränke Winterschnitt auf das Entfernen abgebrochener oder abgestorbener Äste.
Ist die Zierkirsche winterhart?
Ja, die gängigen Gartensorten sind winterhart und vertragen Temperaturen bis minus 20 Grad Celsius problemlos. Nur bei sehr jungen Bäumen und Kübelpflanzen empfiehlt sich ein Winterschutz aus Vlies oder Jute um Stamm und Wurzelbereich.
Was tun, wenn die Zierkirsche nicht blüht?
Mögliche Ursachen: Zu wenig Licht (Standort zu schattig), zu starker Rückschnitt (Blütenknospen entfernt), Spätfrost (Knospen erfroren), Nährstoffmangel oder der Baum ist noch zu jung. Gib einem frisch gepflanzten Baum zwei bis drei Jahre Zeit, bevor du dir Sorgen machst.
Fazit
Die Zierkirsche gehört zu den schönsten Blütenbäumen, die du in deinem Garten pflanzen kannst. Ob die kompakte Asano im Vorgarten, eine majestätische Kanzan als Solitär auf dem Rasen oder eine Zwerg-Zierkirsche im Kübel auf der Terrasse: Unter den mehr als 300 Sorten ist für jeden Geschmack und jede Gartengröße die richtige dabei.
Zierkirschen sind pflegeleicht, winterhart und belohnen dich im Frühling mit einem atemberaubenden Blütenmeer. Beim Schneiden gilt: Weniger ist mehr. Schneide nach der Blüte oder im Spätsommer und entferne nie mehr als ein Viertel der Krone. Mit dem richtigen Standort (sonnig bis halbschattig, humusreicher Boden) und etwas Aufmerksamkeit bei Trockenheit steht deinem eigenen kleinen Kirschblütenfest nichts mehr im Weg.